950 Jahre Kirchengeschichte Deining

eine Abschrift der Festschrift zur 900 Jahrfeier

geschrieben 1972 von Walter Schimek

erneuert 2022 von Berta Wienziers

 

1072 weihte Bischof Gundekar II. von Eichstätt eine Kirche in Deining, zu Ehren des Hl. Willibald (700-787), Bischof von Eichstätt (741-787).

Da das folgende Jahrhundert von politischen Wirren ausgefüllt war und kriegerische Heereszüge bald von Ost nach West, bald von Süd nach Nord auch unser Land streiften, wird auch die Deininger Kirche ein Opfer eines feindlichen Überfalls geworden sein; denn schon 100 Jahre später findet eine zweite Kirchenweihe in Deining statt.

1184 wird eine Kirche geweiht, dieses Mal von Bischof Otto, der innerhalb von 8 Jahren 104 Kirchen weihte, darunter auch die Deininger Pfarrkirche. 

1278 den Schutz der Pfarrkirche übertrug der Bischof nun dem mächtigen Rittergeschlecht der Herren von Heideck .

1375 Beginn der namentlichen Aufzeichnung der Pfarrer.

1480 nun wird bereits ein zweiter Geistlicher nach Deining bestellt, ein Frühmesser, durch die Stiftung des Herrengeschlechts der Ittelhofer. Der Frühmesser erhielt von der Stiftung eine Vergütung von 32 Metzen Getreide (Korn und Hafer). Das sonstige Einkommen betrug 25 fl (Gulden). Die Stiftung wurde durch Ulrich Reif aus Arzthofen aufgebessert, der seinen Hof und alle seine Güter an die Kirche vererbte.

1511 eine weitere Aufbesserung der Frühmesse erfolgte, als eine Familie Truchseß von Ballersheim, der Frühmesse eine Holzmark, genannt Katzenbühl (100 Tgw.) vermachte, mit der Bedingung, dass alle Quatember ein Jahrtag mit gesungenem Seelenamt abgehalten wurde. Über diese Pfarrpfründe gibt es keine weiteren Nachrichten. Die Herren von Heideck entlohnten die Pfarrer mit einem Zehentanteil.

1542 erfolgte die Einführung der Reformation.

1558 Beginn der Pfarrmatrikel (Kirchenbücher mit den Aufzeichnungen über Taufen, Trauungen und Sterbefällen).

1559 wurde das Kircheninventar aufgeschrieben.

1564 hatte Deining einen lutherischen Pfarrer. Mit dem katholischen waren die Anhänger der neuen Lehre aus Deusmauer, die zur Pfarrei Deining gehörten, nicht zufrieden. Sie beschwerten sich beim Statthalter Pfalzgraf Wolfgang, dass ihr Pfarrherr Gottes Wort sehr selten predige, nicht jeden Sonntag, sondern nur jede 5. oder 6. Woche. Sie baten darum, dass sie lieber vom Lengenfelder Pfarrer mit „Gottes Wort, deutscher christlicher Tauf und mit dem hochwürdigstem Sakrament unter beiden Gestalten“ versorgt werden wollten. Wie der Streit der beiden Parteien nach langen Querelen endete ist nicht aufgezeichnet. Vermutlich konnte der lange Fußweg von Ort zu Ort weder dem Pfarrer noch den Gläubigen weiterhin zugemutet werden.

1625 erfolgte die Wiedereinführung der katholischen Religionsausübung.

Durch den 30jährigen Krieg wurden dem blühenden Kirchensinn und dem religiösen Leben schwere Wunden geschlagen. Sämtliche Kirchen und Kapellen wurden zerstört und zerfielen. Die Stiftungen versiegten. Die Dörfer wurden entvölkert. Das übrig gebliebene Volk wurde bitter arm. Die Häuser in den Orten waren weggebrannt. In Deining waren kaum noch fünf Städel vorhanden. Der Pfarrhof war ruiniert.

1632 in der diesjährigen Kirchenrechnung werden Ausgaben für Oblaten 3 kr 10 Pfg,  einen zinnernen Becher und ein Fläschlein 1 fl 4 kr 6 Pfg, Chrisam 2 kr 24 Pfg, Opferwein 5 kr 3 Pfg, Wachskerzen 7 kr 29 ½ Pfg, Kirchenwäsche waschen 4 kr 6 Pfg, dazu Seife 2 kr 3 Pfg aufgeführt. 

1637 Über den Zustand des Pfarrhauses berichtet der Pfarrer in einem kleinen Büchlein, das im Pfarrarchiv aufbewahrt wurde (der originale Text ist mit altdeutscher Schrift und alten Bezeichnungen aufgeschrieben und schwer lesbar) :

„Auf diese Pfarrei wurde ich Magister Georg Dorn von meinem Fürstbischof schon 1635 berufen. Ich bin aber erst nach der Vertreibung des Feindes hier angekommen. Den Pfarrhof habe ich öd und beschädigt vorgefunden, ohne Fenster, Ofen und Türen. Ich musste auf eigene Kosten alles erneuern lassen. Zuerst Pfarrhaus und zugehörige Gebäude, was mich außer Mühe und Arbeit noch 100 fl gekostet hat. Den Stadel habe ich neu decken lassen, die  Bretter für Schafstall, Schweinestall, Taubenschlag, Bienenstand und Gartenzaun mussten bezahlt werden. Die ganze Summe neben der großen Arbeit und Mühe beträgt 500 fl.“

„Ich will nun zurück zur Pfarrei Deining kommen. Der Kirchenpatron ist der Hl. Willibald. Die Kirchweihe möge immer gefeiert werden, am Sonntag nach dem Michaelisfest.“

1644 aus den Ruinen erstand neues Leben. Durch Spenden neuer Geschlechter wurden die Kirchen erneuert, so auch die Deininger Pfarrkirche. Hochachtung vor einer Zeit, die so viel Elend und Leid ertragen und mit Gottvertrauen überstanden hat. Eichstätts Fürstbischof  spornte immer wieder die Geistlichen an, auszuharren und nicht zu verzagen. Die kirchliche Obrigkeit wachte streng darüber, dass alle weltlichen Herren, die Kirchengut zur Nutznießung hatten, auch die anfallenden Baupflichten erfüllten, z.B. wurde mit dem Zehent von Deining das neue Spital in Nürnberg bezuschusst.

1645 die große Not hatte aber zur Folge, dass die Pfarreien Tauernfeld und Siegenhofen mit der Pfarrei Deining vereinigt wurden. Ein Geistlicher war nun für die acht Kirchen von Deining, Tauernfeld, Siegenhofen, Mittersthal, Leutenbach, Ober- und Unterbuchfeld, sowie Kleinalfalterbach zuständig.

1670 wurde der Pfarrhof neu erbaut. Hier werden außer den gewöhnlichen Handwerkern auch zwei „Glaiber“ genannt, die die Stuben, Pflez und Kammern verglaibern mussten, d.h. mit Lehm verkitten.

1675 brannte der neuerbaute Pfarrhof wieder ab, ebenso wie die erneuerte Pfarrkirche und die Frühmess- oder Jakobskapelle auf dem Gottesacker. Von den 40 Wohnhäusern in Deining blieben nur 3 übrig.

1679 der neu berufene Pfarrer stellte den Pfarrhof auf eigene Kosten wieder her. Für die Pfarrkirche musste eine ganz neue Einrichtung geschaffen werden, wozu ihm der Besitzer des Schlosses Kaspar Geisler (auch Stadthauptmann von München) eine silberne Monstranz und eine silberne Ewiglicht-Ampel  stiftete. Auch verstand es der Pfarrer die Zehentbezieher heranzuziehen und erreichte, dass das Frühmessholz, das der Pfarrei entzogen war, wiederum an die Pfarrpfründe herausgegeben wurde.

1700 siegte Pfarrer Baumgärtner in einem Prozess mit dem Spital in Nürnberg um den Zehent von 200 Tgw Feld , die an die Pfarrei Deining zurückgegeben wurden.

1722 der Notbau des Pfarrhofes von 1679 musste einem Neubau Platz machen. Er kostete samt Nebengebäuden 2095 fl.

1723 die Oberpfalz war in Bayern nach damaligem Wissen, die erste Gegend, in der zum erstenmal die Kartoffeln angebaut wurden. Pfarrer Johann Georg Zinckl, der anfangs Stadtkaplan in Amberg gewesen war und 1723 Pfarrer in Deining wurde, regte in seiner Pfarrei den Erdbirnanbau (Erdäpfelanbau) an und ging selbst mit gutem Beispiel voran. Anfänglich wurden die Oberpfälzer dieser Frucht wegen von den Altbayern vexiert (geneckt). Ihre Kartoffelfelder sind unter dem Namen  „ oberpfälzische Weinberge“ fast sprichwörtlich geworden. Aber bald überzeugten sich die Spötter vom großen Nutzen dieser Frucht. Besonders bei großer Teuerung von Getreide, gaben Kartoffeln einen vorzüglichen Ersatz ab. In den Hungerjahren der damaligen Zeit gelangten die verachteten und bisher bloß als Schweinefutter gebrauchten Erdbirn' zu ihrem wohlverdienten Ansehen.

1728 bat die Gemeinde Deining in einer Eingabe, die Corpus-Christi-Bruderschaft errichten zu dürfen, um den Weg nach Neumarkt zu ersparen. Dies wurde von der Regierung befürwortet, in Eichstätt aber abgewiesen. 12 Jahre später wurde die Bitte wiederholt und 1745 genehmigt.

1734 wurde der Grundstein zu einer neuen Pfarrkirche durch den Dechant von Neumarkt gelegt, nachdem schon im Jahre zuvor der Dachstuhl abgerissen und die Mauern eingeworfen wurden.

In diesem Jahr brannte des Pfarrers Getreidestadel und das Viehhaus ab.

1736 Einführung der ewigen Anbetung.

1774 stirbt Johann Georg Zinckl. Er war 51 Jahre Pfarrer in Deining. An ihn erinnert eine Gedenktafel in der Pfarrkirche. Der Text lautet:

steh Wanderer und sieh dies Grabe an! Hier ruhen die Gebein von einem Greise. Sein Geist erfreut sich im Paradeise. Der Kanzeln Zierd, des Lasters Feind. Der beste Hirt, der Armen Freund, des Priestertums größte Ehr. Dies alles war er und noch mehr.

Der Hochwürdige, Hochedelgeborene und Hochgelehrte Herr Johann Georg Zinckl, der Heil. Schrift Lic. Des Hochlöbl. Landcabits Neumarkt Dechant und Pfarrer in Deining. Er wurde geboren in Weißmain in Franken den 17. September 1690 und starb den 5. Jenner 1774. Seine Frau Mutter war eine Freyin von Dinan. Er studierte mit Ruhm zu Bamberg und Wien. Priester wurde er im Jahr 1715, Pfarrer zu Deining 1723 und Dechant 1762. Wenn Eifer für Gott, Liebe des Nächsten, Wachbarkeit auf die Untergebenen, Erbarmung über die Armen, Großmut, Freundlichkeit, Wissenschaft und geistliche Würden einen Mann schätzbar machen, so war es dieser. Sein Eifer für die Ehr des Hauses Gottes machen 4 von ihm gebaute Kirchen unsterblich, worunter die hiesige und die schöne Wallfahrtskirch im Lengenbach sind. Seine Sorgfalt für seine Herd, die er mit Worten und Beispielen weidete, bewies in ihm einen wahren Seelsorger. Erst nach 51 Jahren verlies er seine Schafe, doch nein, er zog ihnen nur nach auf himmlische Weiden, wo er mit selben dem Schöpfer ewiges Lob singt und den Lohn seines treuen Hirtenamts empfängt.

 

1774 der Pfarrhof wird instand gesetzt. Pfarrer Yberl schreibt: „nachdem ich bei meinem Einzug im Pfarrhof von Deining, im Stadl, im Garten und bei den Vieh- und Schweineställen, viele Baufälligkeiten angetroffen habe, welche unumgänglich repariert werden mussten, habe ich das Notwendigste herstellen lassen.“

1779 erfolgen Bauten an der Kirche, die zwei Jahre später konsekriert wurden.

1794 erhält die Pfarrkirche einen Ablass für 6 Tage. Die Praxis des Ablasses war ein wichtiger Bestandteil des religiösen Lebens. Dazu gehörte der Besuch der Pfarrkirche während der Ablasszeit, Empfang der Sakramente, verbunden mit einer Spende. Die Gläubigen erhofften sich für ihr eigenes Seelenheil, den Erlass zeitlicher Sündenstrafen zu erlangen.

1796 Beim Einfall der Franzosen wurden der Pfarrhof und die zugehörigen landwirtschaftlichen Gebäude zerschossen. Der äußerst ausführliche, aber anschauliche Bericht, den der damalige Pfarrer Sebastian Yberl an den Churfürsten richtet, wird nachfolgend verkürzt und auf das Wesentliche beschränkt, wiedergegeben: Die Bewohner des Dorfes litten sehr unter den anhaltenden Kriegszuständen. Der Pfarrer versuchte die Last für die Untertanen zu erleichtern und übernahm selbst die Bereitstellung der Quartiere im Pfarrhof für Offiziere und Soldaten, sowie die Verpflegung für unzählige Krieger, die die Speisen auch für andere Quartiere bei ihm abholten. Dabei kam Pfarrer Yberl selbst an seine finanziellen und körperlichen Grenzen. Die Dorfbewohner mussten für die kaiserlichen Truppen Ochsen und Pferde zum Vorspannen abliefern, außerdem wütete eine Viehseuche unter den Ochsen, so dass die Bauern selbst keine Zugtiere mehr hatten. Die Durchmärsche der Truppen und die damit verbundenen Zudringlichkeiten nahmen katastrophale Ausmaße an und erlangten ihren Höhepunkt, als die österreichischen Truppen am 3. August in Deining auf ihrem Rückzug ankamen.

Nicht genug, dass das Pfarrhaus mit Offizieren und die Ställe mit Pferden angefüllt waren, so war auch die Konsequenz davon, dass die Franzosen den kaiserlichen Truppen auf dem Fuß folgten und am 17. August nachmittags um zwei Uhr unter dem Kommando des französischen Generals scharenweise in das Dorf Deining hereinströmten. Der erste Anlauf wurde sofort auf die Person des Pfarrers gerichtet, indem mehrere Franzosen ihn umringten, ihm seine Sackuhr entrissen, beträchtliche Geldsummen, mit auf die Brust gesetzten Gewehren erpressten und eine namhafte Menge Wein austranken. Die kaiserlichen Truppen wurden noch am selben Tag nach Batzhausen zurückgedrängt und der französische General und sein ganzer Stab, ca. 60 Personen, quartierten sich nun im Pfarrhof ein und forderten kostenloses Quartier und Verpflegung für sich und die Tiere, wie zuvor die österreichischen Truppen. Die Franzosen requirierten alles, was an Geld, Silber, Nahrung, Kleidung, Leinwand und Hauseinrichtungen aufzutreiben war, selbst von den Metzgereien aus Neumarkt musste der Pfarrer eine unglaubliche Menge Fleisch auf eigene Kosten besorgen. Stündlich mehrte sich die Zahl der ungebetenen Gäste. Am 18. August reiste der General mit einem Teil seiner Leute ab und ihm folgten die Truppen von General Bernadotte, die nun den Pfarrhof bevölkerten. An einem der folgenden Tage begann beim Aufgang der Sonne die Kanonade. Die Österreicher feuerten ohne Unterlass auf das Dorf und als das nichts fruchtete und die Franzosen nicht zum Weichen brachte, zündeten die Österreicher mit den Haubitzen mehrere Häuser an, von denen nachmittags gegen halb drei Uhr das Feuer auf das Pfarrhaus übersprang und die Schweineställe samt Schweinen, der Backofen samt dem Waschhaus, alle Lattenzäune um den Garten, sowie der großen Stadel mit Wägen und Kutschen, Pferdestall, Schuppen, Vieh- und Schafstall in Schutt und Asche gelegt wurde. Alles, was noch nicht durch die Raubzüge der Truppen vernichtet war, wurde nun endgültig dem Erdboden gleich gemacht. Die Dorfbewohner hielten sich in ihren Kellern verborgen oder waren aus dem Ort geflüchtet, da die Kanonenkugeln unaufhörlich auf Deining herab hagelten. Unter Einsatz seines Lebens rettete der Pfarrer noch Verschiedenes aus dem Pfarrhaus, darunter auch das halbseitig verbrannte Kirchenbuch, das seither nur noch beschränkt für Familienforschungen zur Verfügung steht. Den Schaden gab der Pfarrer an mit ca. 1200 Gulden Verpflegungskosten für mindestens 1000 Personen und ebensovielen Pferden und ca. 4000 Gulden für Gebäudeschäden. Die Äcker mit den noch nicht eingebrachten Früchten waren durch die Truppenbewegungen verwüstet und die Ernte vernichtet.

1796 Der damalige Schulmeister Michael Puff berichtet über diese Ereignisse: Unter General Bernadotte wurde am 22. August eine Schlacht geliefert und Deining in Brand geschossen. Der Pfarrhof selbst war schon vom Feuer ergriffen und die Pfarrkirche bereits in größter Gefahr, da  hat Michael Puff, unter dem beständigen Feuer der Feinde, ohne Rücksicht auf sein Leben, alle kostbaren Gefäße und Paramente aus der Kirche gerettet. Durch das Feuer gerieten 18 Gebäude des Dorfes in Brand, darunter das Brandlhaus, das Badschusterhaus Nr. 8, das Posthaus Nr. 19, Gasthof zur Ente, wo die Postwagen haltmachten. (Die meisten beschädigten Gebäude lagen in der Nähe der Kirche und des Pfarrhofs, da die Österreicher aus eigener Erfahrung wussten, wo die zu bekämpfenden Franzosen lagerten.) Von den Ortsbewohnern hatten zwei das Leben eingebüßt: Stephan Lierhammer, der Fichtmüller, 65 Jahre alt und Anna Maria Gartner, 70 Jahre alt.

Ca. 100 Jahre später wurden bei Bauarbeiten rund um das jetzige Rathaus, viele Skelette gefunden, die den Kämpfen von 1796 zugeschrieben wurden, ebenso soll sich in der Nähe des heutigen Kreisverkehrs ein Massengrab befunden haben.

1796 Die eingeäscherten Pfarrgebäude mussten neu errichtet werden. Die Kostenvoranschläge für Maurerarbeiten beliefen sich auf 2596 fl 11 kr, die der Zimmererleute für Holzarbeiten auf 1834 fl 34 kr.

Die Beschaffung der Geldmittel spielte bei den geplanten Bauten eine große Rolle und wurden mehrmals abgelehnt, wieder beantragt, von mehreren Stellen begutachtet und endlich nach Jahren teilweise bezuschusst.

 

1798 werden der Pfarrkirche und einer Filialkirche je ein schwarzes Messgewand bewilligt.

1802 in der Nacht zum 30. Juli schlug ein Blitz um 2 Uhr in die Pfarrkirche und beschädigte das Turmdach und den Kirchengiebel so sehr, dass der Schaden unumgänglich behoben werden musste. Damit das Dach in einen dauerhaften Zustand versetzt werden konnte, arbeitete der Maurermeister zusammen mit zwei Gesellen und zwei Handlangern 36 Tage lang, um die 5000 neuen Dachziegel auf dem Dachstuhl zu befestigen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 240 fl 28 kr.

1804 der Pfarrer bestellt für die Pfarrkirche eine neue Orgel.

1804 Beschreibung der Pfarrei: Deining liegt in einem Tal.  

    

Durch die Mitte der Ortschaft laufen zwei Flüsschen. Dieser Mühlbach tritt manchmal über die Ufer und macht die Verbindung zur Filiale Leutenbach beschwerlich. Auch Arzthofen liegt wie Lengenbach in einem Tal. Die übrigen Ortschaften haben auf den Bergen rund um Deining eine bequeme Lage und die Wege zur Pfarrei sind stets offen.

Entfernung der Filialdörfer von der Pfarrkirche: Tauernfeld eine halbe Stunde, Siegenhofen eine kleine halbe Stunde, Oberbuchfeld eine dreiviertel Stunde, Unterbuchfeld eine halbe Stunde, Mittersthal eine halbe Stunde, Leutenbach eine halbe Stunde, Winnberg eine Stunde, Lengenbach eine Stunde, Arzthofen eine dreiviertel Stunde, Waltershof eine kleine halbe Stunde, Graßahof eine dreiviertel Stunde. Der Pfarrort Deining liegt zwei Stunden von Neumarkt entfernt.

Zahl der Priester: Ein Pfarrer, ein Kooperator, zwei Kapläne.

Im Pfarrort findet Winter- und Sommerschule statt und wird gewöhnlich von 80 Kindern besucht. In Deining gibt es seit einem Jahr eine Sonn- und Feiertagsschule, die von 50 jungen Leuten von 12 bis 18 Jahren besucht wird. Für Mädchen wird der Unterricht um 13 Uhr abgehalten, für die männliche Jugend nach 15 Uhr.

Die jährlichen Einnahmen Deinings aus dem eigenen Pfarrgut sind 3 Schöber Weizen (Schöber entspricht einer Fuhre), 4 Schöber Gerste, 7 Schöber Korn, 5 Schöber Hafer, dazu zwei Fuhren Grasmahd, 10 Fuhren Heu und Grummet.

1821 bestätigt Pfr. Sammüller, dass die Freyfrau von Löwenthal für das hiesige Gotteshaus ein neues Kleid „von rotem Samt und Seidenstoff mit guten Goldborten“ für das Bildnis der Mutter Gottes herbeischaffen ließ, unter der Bedingung, dass zwar dem Gotteshaus der Gebrauch gegönnt sei, aber als Eigentum der Herrschaft von Löwenthal vorbehalten bleiben soll.

1830 die Baupflicht an Pfarrkirche und Pfarrhof hat primär die Kirchenstiftung, sekundär die Dezimatoren (Pfarrer, Amtsträger, Körperschaften, Grundherren oder Zehentpächter), auf den Filialen die Bauern.

1833 wird eine neue Glocke geweiht.

1837 die Orgel der Pfarrkirche wird repariert und von der Kirchenstiftung mit 50 fl bezahlt. Von der Gemeinde wurde dem Orgelbauer täglich die Kost gereicht.

1844 Visitationsbericht des Bischofs Karl August: „Da wir sowohl bei der Visitation der Kirche, als auch der ganzen Pfarrverwaltung alles in schönster Ordnung fanden, so freut es uns, dem Herrn Pfarrer Krieger hiermit unsere vollste Zufriedenheit zu bezeugen und die Hoffnung auszusprechen, dass es seinem rastlosem Eifer gelingen werde, die Gebrechen seiner Gemeinde immer mehr zu heilen und wir versichern ihm, dass wir immer bereit sein werden, ihn in seinem Wirken kräftig zu unterstützen.“

   
   

1844 die Bruderschaft vom Hochheiligen und Unbefleckten Herzen Mariä wurde im Pfarrort Deining errichtet.

1845 werden Kirchengründe unter folgenden Bedingungen verpachtet: die Pachtdauer beträgt 6 Jahre, die Pachtgründe sind in gutem Zustand zu erhalten und die Zahlung hat in jedem Jahr um Michaeli zu erfolgen. Ein Nachlass der Pachtzinsen wird auch bei eintretendem Misserfolg der Ernte, wegen Geringfügigkeit nicht zugestanden.

1851 wurden einige Renovierungen an der Kirche vorgenommen.

1852 fand eine Gemeindemission statt. Vor allem sollten dabei den erwachsenen Christen veränderte Glaubenssituationen nahe gebracht und der Glaube neu entfacht und aufgefrischt werden.

1857 Ablösung der Zehentbaupflicht der Pfarrpfründe durch jährlich 50 fl.

1858 Ablösung derselben im Pfarrsprengel durch 13 Zehentbesitzer mit 3221 fl.

1859 nach der statistischen Pfarrbeschreibung wohnen in Deining 455 Seelen, Arzthofen 64, Leutenbach 180, Mittersthal 190, Oberbuchfeld 130, Rothenfels 50, Siegenhofen 120, Tauernfeld 123, Unterbuchfeld 130, Winnberg 73, Graßahof 8, Thannbügl 2, Straußmühle 5.

1864 als König Max II verstarb, fand auch hier in Deining am 17. März um 9 Uhr, ein feierlicher Trauergottesdienst statt. Die Glocken wurden sechs Wochen lang geläutet, wofür der Mesner mit 6 kr pro Tag, extra honoriert wurde.

1864 wurde eine kleine Krippe für die Pfarrkirche angekauft.

1864 vollendete zum Jahresende Steinmetz Breindl den Pfarrhofbau.

1865 fand um Neumarkt ein großes 5000 Mann starkes militärisches Manöver statt, in das auch die Pfarrei Deining einbezogen wurde. Der Pfarrhof diente als Hauptquartier mit dem Major des 11. Regiments und dem Regimentsarzt.

1866 die Pfarrkirche erhält den Liebfrauenaltar.

1871 Visitationsbericht: der Turm der Pfarrkirche, dessen Mauerwerk viel niedriger ist als der Dachfirst der Kirche und dessen Achteck keine Verbindung mit Kirche und Kirchendach hat, steht in keinem Verhältnis zur Breite, Höhe und Länge der Kirche selbst und stammt sichtlich aus einer Zeit, wo eine viel kleinere Kirche an ihm angebaut war, die im Laufe der Zeit erhöht und verlängert wurde. Akten über diesen Baufall finden sich zwar in der Pfarrregistratur nicht, aber der Umstand, dass das Turmquadrat nicht einmal die Höhe des Mauerwerkes der Kirche erreicht und das Achteck niedriger ist als das Kirchendach, spricht der hervorgerufene äußerst unästhetische Eindruck der Kirche aber unzweifelhaft dafür. Das Dach dieses Turmes und dessen Holz- und Mauerwerk sind durch heftige Stürme so beschädigt worden, dass nach einer Begutachtung von einer Reparatur abgesehen wird und dafür in einem Stil und der Größe der Kirche entsprechend, ein Neubau des Turmes erfolgt.

1872 erteilte das Kgl. Bezirksamt die Genehmigung zum Umbau des Turmes für 3600 Gulden. Die Hand- und Spanndienste leisteten die Bürger der Gemeinde. Die Kostendeckung erfolgte durch die Deininger Kirchenstiftung, Leutenbach gibt 100 fl und Mittersthal 500 fl dazu, den Rest übernahmen die Dezimatoren.

1874 der Maler Georg Lang erhält für einen neuen Kreuzweg den Betrag von 350 M, die Bildhauer Braun und Berger aus München für einen Christus am Kreuz 98 fl und für eine Schmerzhafte Maria 84 fl.

1875 gestattet das Bischöfl. General-Vikariat dem Pfarrer und seiner Pfarrei, eine Prozession zur Wallfahrtskapelle Lengenbach durchzuführen.

1875 in dem Buch „Matrikel des Bistums Eichstätt des Jahres 1875“  wird Deining als eine Pfarrei mit 1516 Seelen, 330 Familien und 294 Häusern beschrieben.

Schulen waren damals in Deining (2 Klassen, 1 Lehrer, 1 Gehilfe, 91 Werktagsschüler und 38 Sonntagsschüler), in Siegenhofen ( 1 Klasse, 1 Lehrer, 47 Werktagsschüler und 18 Sonntagsschüler) und in Tauernfeld ( 1 Klasse, 1 Lehrer, 18 Werktagsschüler und 9 Sonntagsschüler). Die Schulhäuser waren zugleich Mesnerhäuser.

Kirchen befanden sich in Deining (St. Willibald), in Oberbuchfeld (St. Jakobus), in Lengenbach (Maria Geburt), in Unterbuchfeld (Maria Himmelfahrt), in Leutenbach (St. Martin), in Mittersthal (St. Matthias), in Siegenhofen (St. Pankratius), in Tauernfeld (St. Nikolaus), in Winnberg (St. Georg).

Friedhöfe bestanden in Deining, Leutenbach, Mittersthal, Siegenhofen und Tauernfeld.

Die Einwohnerzahlen und die Anzahl der Häuser werden wie folgt angegeben: Deining 426 Einw. 78 Häuser, Büglmühle 6 E/ 1 H, Roßamühle 9 E/ 1 H, Straußmühle 13 E/ 1 H, Waltershof 16 E/ 3 H, Oberbuchfeld 126 E/ 23 H, Rothenfels 49 E/ 9 H, Lengenbach 7 E/ 3 H, Arzthofen 54 E/ 13 H, Thannbügl 4 E/ 1 H, Unterbuchfeld 115 E/ 25 H, Leutenbach 173 E/ 32 H, Eisenbahnstation (Bahnhof) 18 E/ 5 H, Mittersthal 195 E/ 41 H, Laaberbrücke 7 E/ 2 H, Siegenhofen 93 E/19 H, Siegenhofermühle 8 E/ 1 H, Tauernfeld 120 E/ 23 H, Winnberg 72 E/ 11 H, Graßahof 5 E/ 2 H.

1879 Errichtung eines Kooperatur Benefiziums in Deining, mit der Verpflichtung der Beihilfe in Kirche, Schule, Beichtstuhl, Krankenbesuch und Aushilfe bei Leichengottesdiensten in den Filialen. Die Auflagen dafür sind: 2 Wochenmessen für den Stifter, eine Quatember- und 5 feste Messen für den Hauptstifter Michael Geisler, Herz-Jesu Hochamt, je drei Ave bei den Stiftsmessen, sonst tägliche Frühmesse. Eigenes Haus mit eigenem Baufond. Einkommen aus dem Stiftungskapital und 100 fl jährlichen Zuschuss des Pfarrers. 162 M aus Stiftsmessen und Stolarien. An die Kirche hat das Benefizium 50 M zu leisten.

Text der Urkunde zum Benefizium: Durch Gottes Barmherzigkeit und des Hl. Apostolischen Stuhles. Franz Leopold Bischof von Eichstätt.: Allen, die diesen Brief lesen, Gruß und Segen im Herrn! Die heutige Pfarrei Deining umschließt in ihrem Gebiet die Kirchensprengel von Deining, Siegenhofen und Tauernfeld, welche vormals durch fünf Priester, seit mehreren Jahrhunderten aber nur mehr von einem Pfarrer und einem Hilfspriester versehen wird. Es war daher seit längerer Zeit der Wunsch der Pfarrgemeinde, es möge in Deining eine ständige Seelsorgspfründe gestiftet und dadurch sowohl die Zahl der Gottesdienste vermehrt, als auch den jeweiligen Pfarrer in der Verwaltung seiner Pfarrei, welche neun Kirchen und vier Schulen in sechzehn zerstreut liegenden Ortschaften zählt, eine Unterstützung zuteil werden. Zu diesem Ende haben der derzeitige Pfarrer Martin Geidtner, Kammerer des Kapitels Neumarkt und seine Parochianen (seine Gemeinde) die notwendige Fundation (Fundament) für ein Cooperatur Benefizium zustande gebracht und uns inständig gebeten, ein solches Benefizium kirchlich zu errichten und in der von ihnen gewünschten Weise zu bestätigen. Und nachdem wir das Verlangen derselben, sowohl entsprechend den seelsorglichen Bedürfnissen der Pfarrei Deining erkannt, als auch alles der Ehre Gottes und dem Heile der Seelen, sowie den kirchlichen Vorschriften gemäß geordnet befunden haben, errichten und bestätigen wir Kraft unserer bischöfl. Gewalt mit dieser Urkunde ein Cooperatur-Benefizium in Deining. Das neue Benefizium wird errichtet auf dem Altare der seligsten Jungfrau Maria in der Pfarrkirche zu Deining und trägt den Titel: Herz Jesu Benefizium.

1883 die Altäre werden durch den Maler Georg Lang restauriert. Die Kosten für die Arbeiten am Frauenaltar übernimmt M. Geisler.

1885 der Maler Georg Lang bestätigt, den Betrag von 1410 M für einen neuen Seitenaltar St. Sebastian erhalten zu haben, ebenso wie 1000 M für die Herstellung einer neuen Kanzel.

1889 das Mobiliarvermögen der Pfarrkirche wird mit 6668 M beziffert. Dazu gehören noch: Hochaltar zur Ehre des Hl. Willibald mit den Statuen der Hl. Apostelfürsten Peter und Paul 5000 M, der Frauenaltar mit den Statuen der Hl. Barbara und Hl. Katharina 2000 M, der Sebastianaltar mit den Statuen des Hl. Laurentius und des Hl. Johannes v. Nepomuk 1000 M, die neue Kanzel mit 6 Figuren 1000 M, die Orgel mit 9 Registern 300 M, das Geläute, 2 neue und 3 ältere Glocken in einem Gesamtgewicht von 3070 kg 7000 M.              

1893 der Bischof von Klagenfurt beglaubigt mit einer Urkundenabschrift eine Reliquie des Hl. Willibald.

1893 ist am 11. Juni der Gründungstag des Vereins der christlichen Familie zur Verehrung der heiligen Familie.

1896 in diesem Jahr kosten je 100 kg: Weizen 16,45 Mark, Roggen 15,75 M, Hafer 16,07 M, Erbsen 36 M, Linsen 42 M, Kartoffeln 5 M, Stroh 4,60 M, Heu 5,90 M. Die Preise für je 1kg: Rindfleisch 1,80 Mark, Schweinefleisch 1,40 M, Kalbfleisch 1,40 M, Hammelfleisch 1,20 M, Butter 1,60 M. 100 Stück Eier kosteten 4 Mark.

1897 im Oktober erfolgte eine Visitation des Bischofs. In den Visitationsberichten beschrieb der Bischof meist seinen Reiseweg mit seinen Mahlzeiten und den  Übernachtungen. Meist besuchte er mehrere Pfarreien nacheinander. Es wurden die Finanzen und Baulasten kontrolliert, die Anzahl der Taufen, Trauungen und Sterbefälle genannt und Rechenschaft über die Ausstattung und den  Zustand des Pfarrhofs, des Friedhofs und der Kirche abgelegt. Die Pfarrer mussten über den Glaubensstand der Gemeinde und ihrer Zahlungsmoral Auskunft geben, umgekehrt wurden auch die Gemeindemitglieder zur Lebens- und Amtsführung des Pfarrers befragt und ihre Klagen angehört.

1900 Kirchenmaler Georg Lang stürzt in der Mittersthaler Kirche von einem Baugerüst und verstirbt an den Folgen am 25. Mai, im Alter von 60 Jahren.

 

 

 

 

1904 wurde am 8. Februar der St. Josefsverein in das Vereinsregister beim Kgl. Amtsgericht Neumarkt eingetragen. Zwischen den Eheleuten Emanuel und Mina Wimmelsbacher, vertreten durch F.X. Engl, Brauereibesitzer in Velburg und dem Geistlichen Rat Geidtner, Vorstand des St. Josefsvereins in Deining wird ein Kaufvertrag abgeschlossen. Die Eheleute Wimmelsbacher verkaufen an den St. Josefsverein Deining das Anwesen Nr 45 in Deining, bestehend aus Wohnhaus, Stallgebäude mit Heumagazin, Wasch- und Backhaus, Kegelbahn, Saalette (Garten) und Hofraum, dazu noch einen Stadel mit Maschinenhaus, Backofen mit Hofraum, verschiedene Wiesen, Gärten, Äcker und Waldungen, sowie das Tafernrecht und andere Rechte. „Mit Allem, was band-, wand-, boden-, niet- und nagelfest ist“, aber ohne Inventar zu einem Kaufpreis von 17000 Mark. Am 17. Aug. wurde der Kaufvertrag beurkundet.

1905 ein Brand in den Nebengebäuden des Pfarrhofs verursachte einen Schaden von 7200 M.

1907 das Kgl. Bezirksamt Neumarkt erklärt im Einvernehmen mit dem bischöfl. Ordinariat Eichstätt, dass die Baupflicht der Pfründebesitzer an der Pfarrkirche, durch die Entrichtung eines Ablösebetrages erloschen ist.

1911 Kontrolle der Pfarrpfründegebäude (Pfarrhof). Das Anwesen besteht aus Hauptgebäude mit zwei Stockwerken, Keller und Dachboden, Nebengebäuden mit Kuh-, Pferde- und Hühnerstall, Stadel mit Tenne und Heuboden, der zur Zeit als Holzlege benutzt wird. Waschküchengebäude mit Backofen, der Nutzgarten und Hofraum mit massiver Einfriedungsmauer, gepflasterter Zugang zum Haupteingang, Einfahrt und Pumpbrunnen, Vorgarten mit hölzener Einfriedung und massivem Steinsockel, Obstgarten mit Hanichelzaun (entrindete Fichtenstangen), lebenden Hecken und teils mit Lattenzaun auf Steinsockel eingefriedet.

1911 erhalten die Mallersdorfer Schwestern vom Bischöflichen General-Vikariat die Erlaubnis, das Hostienbacken für die Pfarrei Deining und andere Pfarreien zu übernehmen.

1914 bestand die Absicht, die Pfarrkirche, welche sich seit Jahren als viel zu klein erwiesen hatte, zu erweitern. Nach Angaben des Pfarramtes betrug die Seelenzahl 1700. Es sollten insgesamt 812 Sitzplätze geschaffen werden, für Erwachsene 548 und für Kinder 264, zugleich war eine neue Turmkuppel geplant. Die Erweiterung sollte nach Osten erfolgen. Nach dem Kostenvoranschlag wären 57450 Mark nötig gewesen. Wegen Uneinigkeiten wurde hin und her verhandelt, bis der Ausbruch des 1. Weltkrieges die Ausführung dieses Projektes verhinderte.

1914 auf Grund der vom Hl. Stuhl Rom erhaltenen Vollmacht genehmigt der Bischof, dass in der Hauskapelle der Josephs-Anstalt in Deining das Allerheiligste aufbewahrt wird unter folgenden Bedingungen: dass 1. in dieser Kapelle wenigstens einmal wöchentlich das Hl. Messopfer dargebracht wird, 2. das Ewige Licht ununterbrochen brennt, 3. der Schlüssel zum Tabernakel sorgfältig verwahrt wird, 4. dies wird auf sieben Jahre gewährt, solange wenigstens drei Schwestern in dieser Anstalt wohnen.

1916 griff man den Plan zur Kirchenerweiterung wieder auf. Obwohl alles genehmigt war, wagte man es doch nicht, in dieser schweren Zeit an die Ausführung zu gehen.

1918 nach Kriegsende sollte wieder mit dem Kirchenumbau begonnen werden, aber da sank der Wert des Geldes. Das Geld wurde in der Folgezeit wertlos.

1919 für den Einbau einer gebrauchten Orgel für die Kirche bekam die Fa. Siemann, München den Betrag von 1922,50 M.

1919 genehmigte die Generaloberin einer einzigen Schwester den Chordienst an der Pfarrkirche zu übernehmen, aber nicht in der Öffentlichkeit wie z.B. bei Prozessionen und Beerdigungen.

1921 bestehen in der Pfarrei Deining folgende Vereine: Jungfrauenkongregation, Mütterverein, Katholischer Dienstbotenverein, Caritasverband, III. Orden, Kindheit-Jesu-Verein, Schutzengelverein, St.Josefsverein.

1923 Als Neuregelung der Stipendien für bestellte Messen und Ämter wird für die Berechnung der Stolgebühren als Grundlage der Preis für Brot festgesetzt. Diese Maßnahme hat nur den Zweck, die Stolgebühren den jeweiligen Verhältnissen anzupassen, die Forderung auf Leistung in Naturalien ist aber unstatthaft. Für eine Trauung der 1.Klasse wird der Preis von 6 Pfund Brot (2.Kl. 4Pfd Brot, 3. Kl. 2 Pfd Brot) verlangt, bei Beerdigungen variieren die Gebühren zwischen dem Preis von 12 bis 1 Pfund Brot. Diese Preisberechnung gilt für die ganze Diözese.

1925 nach der Inflation entwarf man neue Pläne zum Umbau der Pfarrkirche. Diese wurden aber nicht genehmigt. Damit erlahmte wohl die Kraft des damaligen Pfarrers J.B. Götz. Dies ist wohl begreiflich, denn zwölf Jahre an einem Projekt zu arbeiten und schließlich doch vor dem Nichts zu stehen, zerrte an den Kräften und Nerven. Nur eines wurde noch unternommen, nämlich das Dach über dem Kirchenschiff wurde erneuert.

1928 im August verlassen die Mallersdorfer Schwestern die St. Josefsanstalt und ab September übernehmen die Abenberger Schwestern dieses Heim. 

1931 errichtete man ein kleines Altersheim mit 15 Bewohnern im Josefsheim.

1931 auch in diesem Jahr beschäftigten sich die Verantwortlichen mit der Erweiterung der Pfarrkirche. Die Pläne dazu fertigte zum wiederholten Male der Architekt F. Heindl, München. Nach der Erweiterung sollte die Kirche 703 Sitzplätze haben und mit den Stehplätzen sollten 1298 Personen Platz finden. Die Gesamtkosten waren mit 51940 RM veranschlagt. Sollten die Fuhrwerks-, Hand- und Spanndienste, sowie die Erd- und Abbruchsarbeiten von der Gemeinde gestellt werden, würden sich die Kosten vermindern.

1932 eine neue Orgel für den Preis von 2600 RM wird angeschafft.

1936 Statistische Pfarrbeschreibung: die Pfarrei Deining zählt 1856 Seelen, 330 Familien, 310 Häuser.

Zur Pfarrei gehören: Deining 571 Katholiken, 8 Protestanten; Siegenhofen 137 K; Tauernfeld 126 K, 10 P;  Leutenbach 202 K; Bahnhof Deining 33 K; Winnberg 68 K, 6 P; Oberbuchfeld 150 K; Rothenfels 87 K; Lengenbach 6 K, 1 P; Unterbuchfeld 142 K; Mittersthal 241 K, 3 P; Arzthofen 63 K; Waltershof 12 K, 5 P.

Politische Gemeinden: Deining mit drei Mühlen, Leutenbach mit Tauernfeld und Graßahof, Mittersthal mit Waltershof, Oberbuchfeld mit Rothenfeld, Arzthofen, Thannbügl und Lengenbach, Unterbuchfeld mit Siegenhofen und der Mühle.

Pfarrkirche St. Willibald, erbaut 1792, Schiff 12,15m mal 31m, Stil: Renaissance, Geräumigkeit unzureichend, 1 Hochaltar, 2 Nebenaltäre, Orgel: 2 Manuale, 9 Register. Letzte Renovation der Pfarrkirche 1926. Bedachung der Kirche Ziegel, des Turmes Schiefer. 4 Glocken. Friedhof bei der Kirche.

Die Pfarrgottesdienste finden regelmäßig statt. Zweimal im Jahr bestellte Aushilfe am Willibaldsfest und am Hauptfest der Corpus Christi Bruderschaft. Besondere Andachten: Fronleichnams- und Allerseelenoktav, Novene zum Hl. Geist, Donnerstagamt mit Prozession, Samstagsabendrosenkranz, Rorateamt im Advent auf Bestellung, 40-stündiges Gebet, Herz-Jesu-Freitag, Hl. Stunde seit 1934, Maiandachten, Oktoberrosenkranz, jeden Freitag in der Fastenzeit Kreuzweg, Maiwallfahrt der ganzen Pfarrei nach Lengenbach mit Predigt.

Prozessionen in der Kirche: jeden Donnerstag, jeden 3. Sonntag im Monat, Fronleichnamsprozession. Um die Kirche: Palmsonntag, Kirchweihe, Allerseelen.

Im Ort: Fronleichnam, Willibaldsfest. Nach auswärts: Markus- und drei Bittprozessionen, Flurumgang an Christi Himmelfahrt.

Bruderschaften: Corporis Christi, errichtet 1745, Zahl der  Mitglieder: 90 % der ganzen Pfarrei. Titularfest: Dreikönigstag, Vermögen: Keines.

Schulverhältnisse: 4 Schulen, 4 männliche und 2 weibliche Lehrkräfte.

Klösterliche Niederlassungen: Ein Frauenkloster. Schwestern von der Schmerzhaften Mutter Gottes. 6 Ordenspersonen. Jahr der Niederlassung 1928. Tätigkeitsbereich: ambulante Krankenpflege, Kindergarten, Nähschule, Altersheim. Das Kloster hat eine Hauskapelle.

1938 akzeptierte die Gesamtkirchenverwaltung die Pläne für die Kirchenerweiterung in Deining. Das Kirchendach über dem Altarraum war immer schlechter geworden. Um ein eventuelles Unglück zu vermeiden, musste der Kirchenbau in Angriff genommen werden. Nachdem die Vorbereitungsarbeiten soweit geregelt waren und das Landesamt gegen die Ausführung des Planes zur Erweiterung der Pfarrkirche keine Einwände erhoben hatte, durften nach Mitteilung der Regierung und des Bezirksamtes die nötigen Abbrucharbeiten durchgeführt werden, um mit den Arbeiten bis zum Beginn der Herbsternte fertig zu werden, dabei wurde auch der an die Kirche abgetretene Schulstadel abgerissen. Am 8. Juni wurde das Projekt begonnen.

1939 die Einweihung der erweiterten Pfarrkirche erfolgte am 16. Juli durch Bischof Michael Rackl aus Eichstätt.

Bei dem Umbau der Kirche wurde der Altarraum erweitert, dahinter eine Sakristei angebaut mit Rundgang zur Loge für die Familie von Gumppenberg, die durch ein Sichtfenster am Gottesdienst teilhaben konnte und die Kommunion durch das Fenster gereicht bekam. Außerdem wurden zwei Emporen über den kleinen neuerbauten  Kirchenschiffen angebracht. Diese Emporen waren rechts für Jungmänner und links für die jungen Frauen vorgesehen. Auch dienten sie bei feierlichen Gottesdiensten dem Kirchenchor. In der Sakristei wurde ein eigener Altar errichtet, hier sollten kleine Andachten und religiöse Veranstaltungen abgehalten werden, die Emporen waren für Religionsunterricht geplant. Auch war der Einbau einer Niederdruckdampf-Heizung beabsichtigt, was aber wegen des Krieges nicht ausgeführt werden konnte.